Interpretationen und Anregungen
Liebevolle Zuwendung, VertrauenIhre liebevolle Zuwendung Ihrem Kind gegenüber ist eine Ihrer grossen Stärken. Ihr Vertrauen und Interesse an Ihrem Kind ermöglichen es Ihnen, eine gute Beziehung zu ihm herzustellen. Sie haben Freude an der Entwicklung Ihres Kindes und bieten ihm gleichzeitig die Chance, selbstständig zu werden. Wenn es Fortschritte macht, freuen Sie sich mit ihm. Ihr Stolz und Ihr Zuspruch ermutigt es, immer selbständiger zu werden: Es kann seine eigenen Schritte in die Welt machen und weiss, dass Sie nicht traurig zurückbleiben, sondern ihm erlauben, eigene Erfahrungen zu sammeln, Jeder Mensch braucht das Gefühl, für die Menschen, die er selbst liebt, auch wichtig zu sein und geliebt zu werden. Ihr Kind fühlt sich von Ihnen wahrgenommen und zugehörig. Ihre Liebe bedeutet für Ihr Kind Lebensmut und Selbstvertrauen. Sie geben ihm damit entwicklungsfördernde Unterstützung, das bedeutet für Ihr Kind Sicherheit und Vertrauen in das Leben. Anregungen: Liebevolle Zuwendung und Vertrauen zeichnet sich durch sorgfältige Beobachtung ihres Kindes aus. Es gehört mit zu den schwierigsten Aufgaben in der Erziehung, eigene Neigungen und Wünsche, Entwürfe und Vorstellungen vom Kind und dessen Leben zurückzustellen, zugunsten der Achtung vor seiner individuellen Persönlichkeit. Ihre elterliche Selbstreflexion ist dazu ein guter Baustein einer gelingenden Erziehung. Um Ihre Stärke der liebevollen Zuwendung auch weiterhin im Alltag überprüfen zu können, sind folgende Schlüsselwörter hilfreich: Anteilnahme, Zuwendung, Trost, Ermöglichung von Körperkontakt, freundliche Zuwendung und wohlwollende Atmosphäre. zurück zur Auswertung zur Bücherliste Tendenz zur ÜberbehütungSie wollen Ihrem Kind viel Schutz und Fürsorge zukommen lassen. Weil Sie Ihr Kind lieben, sorgen Sie sich sehr um sein Wohlbefinden und möchten es vor allem Unheil und Unangenehmen beschützen. Wenn Ihr Kind ein Säugling ist, dann ist es selbstverständlich (über-)lebensnotwendig, dass Sie genau wahrnehmen, was unangenehm für Ihr Kind sein könnte und ihm Erleichterung verschaffen. Je älter aber die Kinder werden, desto mehr müssen sie lernen, dass Schwierigkeiten, Pflichten und Unangenehmes zum Leben gehören. Sie brauchen Ihre Hilfe zur Selbsthilfe. Ein "Krisenklau", wie z.B. "Dazu bist Du noch zu klein! Lass mal, ich mache das!" durch die Eltern, erzieht die Kinder dazu, träge zu werden und die Verantwortung an andere abzugeben. Die Bewältigung von Aufgaben, die entwicklungsangemessen sind, stärken das Gefühl Ihres Kindes selbst etwas schaffen zu können. Zumutungen geben Mut zum Leben. Ihre Stärke, Kindern Schutz und Fürsorge bieten zu wollen, muss dem Alter der Kinder entsprechend überprüft werden. Je älter Ihr Kind ist desto weniger braucht es Ihre Kontrolle und Unterstützung. Stattdessen benötigt es Unabhängigkeit und Freiräume, in denen es sein eigenes Können entdecken kann. Überprüfen Sie, ob das Ausmass Ihrer Fürsorge tatsächlich dem Alter Ihres Kindes entspricht. Überprüfen Sie realistisch die Situation nach wirklichen Gefahren, die für Ihr Kind bestehen könnten. Gestehen Sie Ihrem Kind eigene Erfahrungen zu und lernen Sie Ihre Angst um das Kind auszuhalten. Unterstützen Sie Ihr Kind darin, sich selbst zu erfahren und seine eigenen Grenzen zu erforschen. Es wird auch weiterhin, besonders in schwierigen Situationen, von selbst zu Ihnen kommen und Sie um Rat und Hilfe fragen, wenn es Sie braucht. Anregungen: Könnte es sein, dass Sie aufgrund eigener Ängste, Ihrem Kind zu viele Einschränkungen machen? Überprüfen Sie die Situationen, in denen Sie denken, dass Sie Ihr Kind vor wirklichen Gefahren bewahren müssten. Sind es vielleicht eher Ihre persönlichen Ängste, die Sie in kritischen Situationen überrollen? Trauen Sie Ihrem Kind etwas zu und halten Sie auch hin und wieder Ihre Angst um Ihr Kind aus? Geben Sie Ihrem Kind genügend Möglichkeiten, eigene Erfahrungen zu machen? Wichtige Schlüsselbegriffe, die Ihnen bei einer Selbstüberprüfung hilfreich sein können sind: Mitsorge statt Überbehütung, Freiräume ermöglichen statt (über-)ängstliche Einschränkungen, Selbstständigkeit fördern statt Abhängigkeiten von Ihnen zu unterstützen, Anteilnahme statt "fürsorgliche" Belagerung. zurück zur Auswertung zur Bücherliste Achtung, RespektIhre Stärke ist, Ihr Kind als eigenständiges Wesen wahr- und ernst zu nehmen. Diese elterliche Haltung entspricht einer hohen Wertschätzung und Achtung gegenüber der kindlichen Persönlichkeit, d.h. Sie wissen und spüren, dass Ihr Kind nicht erst zu einem Menschen erzogen werden muss, sondern dass es vom ersten Lebenstag an schon ein eigenständiges Wesen ist. Einen Menschen wahrzunehmen, heisst auch, ihn in seinen Eigenarten zu respektieren. Das scheint Ihnen mit Ihrem Kind gut zu gelingen. Ihr Kind bekommt Anerkennung und wird von Ihnen auch in seinem Anderssein akzeptiert. Sie geben Ihrem Kind das Gefühl, dass es anders sein darf und damit kann es sich gut zu einer eigenständigen Persönlichkeit entwickeln. Zur Achtung gehört auch, Formen der Verständigung zu finden, die das Kind nicht klein machen, es entwerten oder demütigen. Sie finden meist den richtigen Ton und die richtige Art, Ihrem Kind zu vermitteln, dass seine Handlungen zwar im Moment nicht in Ordnung sind, aber es dennoch als Person von Ihnen Wertschätzung erhält. Anregungen: Nehmen Sie weiterhin Ihr Kind als Person mit Eigen-Sinn wahr. Sie werden immer wieder erkennen, dass in ihrem Kind ganz tiefsinnige Gedanken stecken. Behalten Sie es bei, mit Sensibilität auf die Fragen Ihres Kindes einzugehen. Sie üben sich damit in Geduld und Verständnis. Schlüsselbegriffe, mit denen Sie Ihre Stärke "Achtung der kindlichen Persönlichkeit" weiterentwickeln können, wären: Anerkennung, Wertschätzung, positive Rückmeldung, Hilfe zur Selbsthilfe, Selbstbestimmung, Respekt, Wahrnehmung, Zeit für das Kind und mit ihm. zurück zur Auswertung zur Bücherliste Tendenz zur MissachtungMeist wissen Sie gut, was Sie als Erwachsene/r wollen und brauchen. Sie haben sehr klare Vorstellungen, was Ihr Kind zu tun oder zu lassen hat. Bei Meinungsverschiedenheiten konzentrieren Sie sich darauf, Ihre Vorstellungen durchzusetzen. Kinder lernen in schwierigen Situationen mit ungeduldigen oder wütenden Eltern umzugehen und zeigen selbst oft Anteilnahme, wenn ihre Eltern traurig oder krank sind. Kinder und Jugendliche nehmen es sich sehr zu Herzen, wenn Eltern sie demütigen, misshandeln oder abwerten. Kinder brauchen für ihre Selbstachtung und damit für die Achtung anderer aber ihrerseits ein liebevolles Gegenüber, das mit Nachsicht und Verständnis auf Fehler reagiert. Wenn man müde oder gestresst ist, kostet es Überwindung, geduldig zu bleiben, zuzuhören oder Sorgen zu teilen. Oft brauchen Eltern selbst viel Energie, um mit den Forderungen des Alltags zurechtzukommen. Es fehlt die Zeit, sich auf die Bedürfnisse des Kindes einzustellen und ihm zuzuhören oder mit ihm seine Sorgen zu teilen. Dadurch passiert es schnell, dass uns Kinder lästig werden oder wir sie zur Seite schieben, ohne es selbst zu merken. Auch die Art, wie wir in Konflikten mit ihnen umgehen, sie z.B. beschimpfen oder demütigen, verletzt die Seele des Kindes. Manchmal helfen Humor und ein gemeinsames Lachen, um wieder den Weg zueinander zu finden. Erwachsenen fällt es manchmal schwer, sich bei ihren Kindern für demütigendes Verhalten zu entschuldigen. Das ist keine Niederlage, sondern ein Beweis dafür, dass Sie die Würde des Kindes achten. Manchmal bedarf es der genaueren Selbstwahrnehmung, um zu er kennen, mit welchen Worten und Verhaltensweisen wir Kinder nicht ernst nehmen. Anregungen: Beobachten Sie sich selbst: in welchen Situationen neigen Sie dazu, Ihr Kind nicht ernst zu nehmen und ihm das Gefühl zu geben, nicht erwünscht zu sein? Grenzen zu setzen bedeutet nicht, das Kind zu entwürdigen, es zu missachten oder es körperlich zu strafen. Verstärken Sie Ihren Blick darauf, was Ihr Kind gut kann. Können Sie die Stärken Ihres Kindes wahrnehmen und diese wohlwollend, mit Lob zur Kenntnis nehmen? Blicken Sie einmal in Ihre eigene Kindheit zurück und fragen Sie sich, in welchen Situationen Sie als Kind beleidigt, abgewertet oder vernachlässigt wurden und wie Sie sich damals gefühlt haben. Dieser Blick in die eigene Kindheit, mit den damals erfahrenen Verletzungen und Demütigungen, kann helfen, einen Perspektivwechsel vorzunehmen und nachzuempfinden, wie sich Ihr Kind bei Missachtungen fühlen könnte. Manchmal steht uns auch unser Temperament im Wege, achtsam zu sein. Menschen, die eher aufbrausend, spontan und schnell beleidigt sind, haben es schwerer, angemessene Verhaltensweisen im Umgang mit Konfliktsituationen zu finden. Fragen Sie sich, wie Sie in Stresszeiten mit Ihrem Kind meistens reagieren und überlegen Sie, welche Alternativen es gäbe. Vielleicht können Sie mit einem anderen Menschen solche Alternativen gemeinsam entwickeln und sie dann erproben. In Elternkursen werden in Elterngruppen solche neue Möglichkeiten des Handelns im Erziehungsalltag erprobt. Das macht den Müttern und Vätern viel Freude und sie alle können für ihren Erziehungsalltag etwas Neues mitnehmen. Schlüsselwörter, die Ihnen helfen sich selbst nochmals zu überprüfen sind: Wertschätzung statt Geringschätzung, Respekt statt Demütigung, Wahrnehmung der kindlichen Bedürfnisse statt Beleidigung, Selbstbeobachtung und Überlegung, welche Alternativen es zu den bisherigen Erziehungsweisen geben könnte. zurück zur Auswertung zur Bücherliste Kooperation, MitbestimmungSie und Ihr Kind haben die Stärke, ein gutes Team zu sein. Durch Ihren Elternstil haben Sie die Fähigkeit, einen partnerschaftlichen Umgang mit Ihrem Kind zu leben. Wahrscheinlich haben Sie schon häufig erfahren, dass Ihre Kinder ausgeglichener sind, wenn sie in den Familienalltag und in Entscheidungen einbezogen werden. Sie schaffen es immer wieder, Ihr Kind mitbestimmen zu lassen, was für die Entwicklung des Kindes bedeutet, dass es das Gefühl hat, wichtig zu sein und für seine eigenen Belange auch selbst Lösungsmöglichkeiten zu finden. Nicht immer ist es nötig alles miteinander "auszuhandeln". Im Interesse des Kindes müssen Eltern auch Grenzen vorgeben können. Sind solche Grenzen vorher mit den Kindern besprochen und darum auch bekannt, müssen sie nicht immer wieder neu erklärt werden. Sollten Sie ein Kreuz in der Säule Chaos haben, dann könnte es sein, dass es bei Ihnen zu viel Kooperationsangebote und vielleicht zu wenig Strukturvorgaben gibt. Beides hängt eng miteinander zusammen und ergänzt sich zu einer entwicklungsfördernden Haltung, in der Mitbestimmung und Mitbeteiligung ebenso wichtig sind wie klare Orientierungen. Anregungen: Um Ihre Stärke "Kooperation" beibehalten oder gegebenenfalls weiter ausbauen zu können, könnten Sie sich fragen, in welchen Bereichen es wichtig ist, Ihre Kinder auch weiterhin mit einzubeziehen und sie nach ihrer Meinung zu fragen. Gleichzeitig ist es aber auch nötig, die eigenen Positionen zu vertreten. Was sind Ihre eigenen Werte? Vertreten Sie Ihre Meinung? Eine sinnvolle Grenzsetzung (oder Regeln) bezieht die Entscheidung eines Kindes mit ein. Durch diese Mitbestimmung lernt Ihr Kind auch weiterhin Konsequenzen für sein Verhalten selbst zu tragen. Es kann sinnvoll sein, Familienregeln zusammen mit dem Kind festzulegen und zu vereinbaren, welche Konsequenzen es tragen muss, falls es gegen diese Vereinbarungen verstösst. Es ist wichtig, dass diese Konsequenzen dann aber auch durchgeführt werden. Allerdings gibt es auch Situationen, in denen Sie Ihre Erziehungsautorität deutlich machen und Ihrem Kind Orientierungen geben müssen. Hier kann zu viel reden und diskutieren eher dazu führen, dass ihr Kind das Gefühl hat zu "siegen". Überprüfen Sie Ihre eigenen Werte in der Erziehung, die Sie als Person auch in den "Verhandlungen" mit Ihrem Kind deutlich vertreten. Einige Schlüsselbegriffe, die Sie in Ihrer Stärke "Kooperation" noch einmal überdenken können sind: minimale Lenkung, Übergabe von Verantwortung, Begleitung, Selbst- und Mitbestimmung, Unterstützung und Ermutigung. zurück zur Auswertung zur Bücherliste Tendenz zur BevormundungSie geben Ihrem Kind klare Vorgaben und sind fordernd bezogen auf seine Entwicklung. Das kann, wenn es nicht ein durchgängiges Verhalten ist, hin und wieder notwendig sein. Aber wie sieht es denn mit der Meinung Ihres Kindes aus? Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf, ihre Meinung zu vertreten und eigene Ideen einzubringen. Oft wissen Eltern, die ihre Kinder gut wahrnehmen, tatsächlich sehr viel über sie und von ihnen. Doch wissen sie es tatsächlich besser als das Kind selbst? Möglicherweise treffen sie viele Entscheidungen für das Kind also über seinen Kopf hinweg und entwickeln diese nicht oft genug mit ihm gemeinsam. Ihr Kind kann dann nicht lernen, was es heisst, Verantwortung für sich und sein Leben zu übernehmen. Es wird bequem und wird wenig Eigeninitiative entwickeln, weil es stattdessen gelernt hat: Es gibt immer andere, die es schon besser wissen, was ich zu tun habe. Warum soll ich mich eigentlich anstrengen, ich mache es sowieso nicht richtig. Kinder wollen kooperieren, aber sie müssen die Möglichkeit haben, das auch zu lernen. Das geht am besten, wenn sie in den Familienalltag und in Entscheidungen einbezogen werden, wenn sie nach ihrer Meinung gefragt werden und diese auch Berücksichtigung findet. Das könnte in Ihrer Familie noch etwas mehr ausgebaut werden. Anregungen: Überprüfen Sie Ihren Alltag, indem Sie sich fragen, welche Freiräume Sie Ihrem Kind schenken können. Fragen Sie sich, ob Ihre Ziele und Verhaltenvorgaben für Ihr Kind wichtig und gut sind. Vielleicht sind Sie es selbst, die diese klaren Verhaltensvorgaben benötigen, um nicht die Orientierung zu verlieren und damit von Ihrem Kind als schwach angesehen zu werden. Suchen Sie nach Möglichkeiten und Situationen, in denen Sie mit Ihrem Kind kooperieren und gemeinsame Entscheidungen treffen können? Überprüfen Sie, wann Sie über den Kopf des Kindes hinweg bestimmen, weil Sie glauben, es besser zu wissen. Eine weitere Anregung, Ihre Beziehung und Ihr Verhalten Ihrem Kind gegenüber zu überprüfen, könnten folgende Schlüsselbegriffe sein: minimale Lenkung statt maximale Lenkung, Übergabe von Verantwortung statt Einschränkung von Verantwortung, loslassendes Begleiten statt Verbote und Kontrolle, Selbst- und Mitbestimmung statt Fremdbestimmung; Unterstützung und Ermutigung statt Drohungen. zurück zur Auswertung zur Bücherliste Struktur, GrenzenIhre Stärke ist die Klarheit. Sie kennen Ihre eigenen Werte und Grenzen ganz gut und sind demnach auch in der Lage, Ihrem Kind klare Grenzen zu setzen. Sie zeigen Ihrem Kind gegenüber Verbindlichkeit, d.h. es kann immer mit Ihnen rechnen und sich auf Sie verlassen. Ihr Kind kennt Ihre familiären Rituale und Regeln und weiss auch, dass bei Nichteinhaltung der Regeln eine erwartbare Konsequenz folgen wird. Familiäre Absprachen haben für alle Familienangehörigen Gültigkeit. Meistens werden sie auch von Ihnen als Vorbild eingehalten. Durch Ihre Klarheit schaffen Sie es, den Konflikt selbst von der Person Ihres Kindes zu trennen, in dem Sie eher Botschaften geben, wie: "Mir gefällt das nicht, dass du nicht zur verabredeten Zeit nach Hause kommst", statt "Weil du zu spät gekommen bist, habe ich dich nicht mehr lieb." Anregungen: Behalten Sie Ihre Klarheit bei, indem Sie Ihrem Kind in der "Ich-Form" Ihre Stimmung und Ihre Gefühle mitteilen, ohne dabei autoritär werden zu müssen. Seien Sie weiterhin geduldig und kompromissfähig. Durch ein genaues Zuhören vermeiden Sie, Ihrem Kind die Antwort bereits in den Mund zu legen. Sie schenken Ihrem Kind dadurch Orientierung, Sicherheit und Kontinuität, die gepaart mit Liebe, Vertrauen und Verständnis wichtige Stützpfeiler einer gelingenden Beziehung zwischen Eltern und Kindern sind. Einige Schlüsselbegriffe, die Ihnen zur eigenen Überprüfung Ihrer Stärke dienlich sein können sind: Verbindlichkeit, Konsequenz, klare Grenzen, Rituale und Regeln, Klarheit, Verlässlichkeit, Kontinuität. zurück zur Auswertung zur Bücherliste Tendenz zum ChaosOft legen Sie spontan fest abhängig von Ihrer Stimmung oder davon, was die Situation gerade erfordert wie weit Ihr Kind gehen darf und was verboten ist. Sie haben häufig Schwierigkeiten damit, Grenzen zu setzen. Sie bestehen nicht unbedingt darauf, dass Ihr Kind Regeln und Grenzen beachten muss. Manchmal gibt es, je nach Lust und Laune, Situationen, in denen Sie fordernd und bestimmend sind, dann wieder lassen Sie die Dinge so laufen. Flexibel in bestimmten Situationen zu reagieren, ermöglicht Ihnen und Ihrem Kind, jede Situation neu zu prüfen und auszuhandeln. Der Nachteil, in allen Situationen flexibel sein zu wollen, kann bedeuten, keine klare Orientierung zu haben, weder für sich selbst noch für Ihr Kind. Eltern müssen als Vorbilder selbst Verbindlichkeit und Verlässlichkeit zeigen. In einem Zusammenleben, in dem alles erlaubt ist, entwickelt sich schnell Chaos. Zu viele Unklarheiten führen bei Eltern und Kindern zur Überforderung. Es kann dabei schnell zu einer Spirale kommen, in der Eltern immer hilfloser und Kinder immer dominanter werden. Vielleicht haben Sie auch Angst, Grenzen zu setzen, weil Sie denken, Ihr Kind könne Sie dann weniger lieb haben? Liebe und Orientierung gehören aber zusammen. Gerade weil Sie es lieben, sollten Sie ihm helfen zu lernen, sich in einer Gemeinschaft zu Recht zu finden und auf die Bedürfnisse anderer Rücksicht zu nehmen. Auch für Sie selbst wäre das Leben leichter, wenn für Sie wichtige Anliegen eindeutiger geregelt wären. Dabei sind Eltern selbst Vorbild: Sie sollten zuverlässig und berechenbar sein, für einen strukturierten Tagesablauf sorgen und die erwünschten Verhaltenregeln selbst beherzigen. Eine Mutter, die z.B. selbst ständig zu spät kommt, wird ihre Tochter nur schwer zur Pünktlichkeit erziehen können. Anregungen: Es könnte hilfreich sein, wenn Sie sich Ihren eigenen Tagesablauf nochmals vergegenwärtigen. Sie könnten aufschreiben, wann Sie was machen und warum Sie es machen. Welches Ziel verfolgen Sie dabei? Welche dieser Tätigkeiten sind Ihnen wichtig? Welche Werte wollen Sie in Ihrer Familie leben? Fragen Sie Ihr Kind nach seinen Bedürfnissen, schreiben Sie auch diese auf und setzen Sie Ihre Bedürfnisse daneben. Welche Alternativen gibt es, wenn sich die Bedürfnisse nicht vereinbaren lassen? (z.B. Ihr Kind hört laute Musik, Sie brauchen Ruhe?) Besprechen Sie mit Ihrem Kind Ihre Alternativen und entwickeln Sie daraus gemeinsame Familieregeln. Legen Sie auch gemeinsam die Konsequenzen bei Nichteinhaltung fest und halten Sie sich daran. Besprechen Sie in regelmässigen Familiensitzungen Ihre gemeinsamen Wünsche und Bedürfnisse und Vorstellungen des Familienlebens. Vielleicht hat sich inzwischen etwas verändert und die Regeln müssen durch andere ersetzt werden? Schlüsselwörter, die Ihnen dabei helfen können, Ihre Beziehung und Erziehung zu Ihrem Kind nochmals zu reflektieren sind: Konsequenz statt Inkonsequenz, Struktur statt Chaos, Grenzen setzten statt Grenzenlosigkeit, Rituale und Regeln statt Unverbindlichkeit, Verlässlichkeit statt Unberechenbarkeit. zurück zur Auswertung zur Bücherliste Förderung, UnterstützungIhre Stärke sind Kreativität und Einfühlung. Sie wissen: Bildung bedeutet nicht allein, Wissen zu vermitteln, sondern Erfahrungen aller Art zu ermöglichen. Ihre Stärke ist es, der angeborenen Neugierde Ihres Kindes kreativ und einfühlsam zu begegnen Durch Ihre eigenen weit gefächerten Interessen bieten Sie Ihrem Kind viele Anregungen, die sich im sprachlichen, sinnlichen oder kulturellen Bereich bewegen. Sie wollen Ihrem Kind kein Wissen eintrichtern, sondern es Erfahrungen mit der Welt machen lassen. Lernen ist wichtig, aber Freude und Spass daran, gehören für Sie dazu. Sie ermöglichen Ihrem Kind eigene Erfahrungen zu machen und die Neugierde an der Welt nicht zu verlieren. Ihr Kind entdeckt die Welt, darf als kleines Kind anfassen, erkunden, greifen und begreifen und als älter werdendes Kind neue Erfahrungen sammeln. Mit Ihnen und durch Sie erfährt das Kind die Familie als eine "Lehr- und Lernwerkstatt", einen Ort, an dem es Erfahrungen machen, austauschen und kommunizieren kann. Diese Lernmotivation nimmt es in den Kindergarten, die Schule und sein Leben mit: die Botschaft lautet: Lernen heisst, sich anzustrengen und das kann Freude machen. Anregungen: Unterstützen Sie Ihr Kind weiterhin dabei, seine Neugierde zu stillen und Einfälle in die Tat umzusetzen, dann wird es täglich Fortschritte beim Forschen, Sammeln und Erfinden machen und eines Tages feststellen: "Ich bin mein eigener Lehrer!". Ihr Kind erfährt dadurch viel Sicherheit und kann auf neue Dinge und Ereignisse mit Freude und Interesse zugehen. Eine wichtige Aufgabe der Eltern ist es, ihren Kindern Erfahrungsräume zu ermöglichen, sie ihm nahe zu bringen und darauf zu achten, wo sie dem neugierigen Lernen des Kindes durch zu viel Informationsstoff entgegenstehen und damit weitere Lernmotivation verhindern. Die folgenden Schlüsselwörter können Ihnen zur Überprüfung Ihrer Stärke dienlich sein: Bereitstellung einer anregungsreichen Umgebung, Unterstützung des Neugierverhaltens, Bereitstellung von Welt- und Lebenszusammenhängen, Beantwortung von Fragen, sinnliche Erfahrungen zulassen, Lernen arrangieren, Bereitstellung von Wissen in verschiedenen Bereichen. zurück zur Auswertung zur Bücherliste Tendenz zum PerfektionismusEine Aufgabe des Elternseins nehmen Sie besonders ernst: Ihr Kind gut vorzubereiten auf die Zukunft in einer leistungsorientierten Gesellschaft. Sie sorgen für viele Bildungsaktivitäten, fordern es häufig auf zu lernen und zu experimentieren und geben auch ungefragt Wissen weiter. Ihr Kind soll besonders in den Ihnen wichtigen Bereichen Ehrgeiz und Leistung zeigen. Sie wollen das Beste für Ihr Kind wollen aber auch das "beste" Kind, das alle seine Möglichkeiten ausschöpft: Achten Sie darauf, dass Ihr guter Wille nicht in Perfektionismus umschlägt. Wenn Sie ausschliesslich die Zukunftschancen Ihres Kindes im Blick haben, verfallen Sie schnell in ein "Höchstleistungsprogramm" und sind enttäuscht, falls Ihr Kind Ihren Ansprüchen nicht genügt. Eltern, die dazu neigen, aus ihrem Kind ein perfektes Kind machen zu wollen, haben oft grosse Angst davor, etwas falsch zu machen und selbst schlecht dazustehen. Aber: Es ist normal und in Ordnung, dass auch Eltern Fehler machen aus denen sie und ihr Kind gemeinsam lernen können. Anregungen: Überprüfen Sie, am besten im Gespräch mit anderen Eltern, Erzieherinnen oder Lehrern, Ihre Ansprüche und Erwartungen. Überprüfen Sie Ihre eigenen Massstäbe und fragen Sie sich, ob diese vielleicht für Ihr Kind zu hoch sind. Könnte es sein, dass sie eher aufgaben- und zielorientiert sind statt unterstützend und entwicklungsorientiert? Lassen Sie Ihrem Kind viel Raum für eigene Experimente und Kreativität- auch wenn das Ergebnis, aus Ihrer Sicht, manchmal nicht so perfekt ausfällt? Die folgenden Schlüsselwörter können Ihnen zur Überprüfung Ihrer Stärke dienlich sein: Bereitstellung einer anregungsreichen Umgebung statt übermässiges Leistungsstreben; Unterstützung des Neugierverhaltens statt ehrgeiziger Drill; Bereitstellung von Welt- und Lebenszusammenhängen statt Zukunftsorientierung; Beantwortung von Fragen statt endlose Erklärungen und Informations-Inputs. zurück zur Auswertung zur Bücherliste Entlastung durch persönlichen AustauschIhre grosse Stärke liegt darin, offen auf andere Menschen zuzugehen und verlässliche, vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen. Ihre persönliche Einstellung, nicht perfekt sein zu müssen, hilft Ihnen, sich selbst immer wieder mal in Frage zu stellen und über eigene Schwierigkeiten zu sprechen. Dadurch finden Sie einerseits Entlastung, indem Sie erleben, dass es anderen Menschen oft ganz ähnlich geht wie Ihnen, andererseits eröffnen Sie sich damit auch eine grosse Chance zur persönlichen Weiterentwicklung. Durch Ihren förderlichen Umgang mit anderen gelingt es Ihnen leicht, ein stabiles, unterstützendes Netzwerk von Menschen aufzubauen, von denen Sie sich angenommen fühlen, denen Sie vertrauen können und die Ihnen Entlastung und Rückhalt im Alltag bieten. Für eine entwicklungsfördernde Beziehung zu Ihrem Kind sind Ausgeglichenheit, Geduld und Leichtigkeit wichtige Stützpfeiler. Ihre sozialen Kontakte bieten Ihnen eine wichtige Quelle, um Kraft für den Familienalltag zu schöpfen. Durch Ihr Vorbild helfen Sie auch Ihrem Kind, gelingende soziale Kontakte zu anderen aufzubauen. Anregungen: Nutzen Sie weiterhin Ihre Stärke, offen auf andere Menschen zuzugehen. Soziale Beziehungen ermöglichen es Ihnen im Alltag, praktische Unterstützung und Entlastung zu bekommen. Eine wesentliche Grundlage für verlässliche, zwischenmenschliche Beziehungen bildet die Gegenseitigkeit. Um Ihre Kontakte dauerhaft zu festigen, könnten Sie sich fragen, ob es in Ihrem Netzwerk eine gute Balance von "Geben" und "Nehmen" gibt. Neben praktischer Unterstützung ist vor allem auch emotionaler Rückhalt wichtig, um die Herausforderungen des Alltags bewältigen zu können. Um Ihre emotionalen Beziehungen zu festigen, könnten Sie sich fragen, ob diese Beziehungen von gegenseitigem Vertrauen geprägt sind. Gerade in Krisensituationen ist es wichtig, Menschen zu haben, die zuhören, sich einfühlen und echte Anteilnahme zeigen können. Das Gefühl, angenommen und verstanden zu werden, hilft nachhaltig und bietet Ihnen die Chance, eigene kreative Lösungswege für Ihre Schwierigkeiten zu entwickeln. Krisenbewältigung kann so zu einer persönlichen Weiterentwicklung und einer Stärkung des Vertrauens in sich selbst führen. Eine weitere Anregung, um Ihre sozialen Beziehungen zu vertiefen, könnten folgende Schlüsselbegriffe sein: Vertrauen, Gegenseitigkeit, Verbindlichkeit, echte Anteilnahme, Weiterentwicklung. zurück zur Auswertung zur Bücherliste Tendenz zu geringem AustauschZur Bewältigung Ihrer Familienaufgaben greifen Sie eher selten auf Hilfe und Unterstützung von anderen zurück. Das kann, wenn es keine grundsätzliche Einstellung ist, ein Zeichen von Selbstverantwortlichkeit und Selbständigkeit sein. Es kann aber auch ein zu hoher Anspruch an sich selbst sein, der leicht zu einer Überforderung führen kann. Haben Sie Menschen in Ihrer Umgebung, die in schwierigen Alltagssituationen spontan für Sie einspringen könnten? Oder mangelt es Ihnen an solchen praktischen Unterstützungsmöglichkeiten? Haben Sie eine(n) vertrauensvolle(n) Ansprechpartner(in), der/dem Sie einfach mal Ihr Herz ausschütten können und von der/dem Sie sich angenommen oder verstanden fühlen? Oder fühlen Sie sich häufig mit Ihren Fragen, Sorgen oder Ängsten allein gelassen? Um Ihrem Kind die Aufmerksamkeit und Geduld entgegenbringen zu können, die es für eine gesunde Entwicklung benötigt, sind Ausgeglichenheit und Gelassenheit sehr wichtige Stützpfeiler. Ein Netzwerk aus Menschen, auf die man sich verlassen kann und die sich im Alltag gegenseitig praktisch und emotional unterstützen, kann sehr viel Entlastung bringen, aus der Sie Kraft für Ihre Familien- und Erziehungsanforderungen schöpfen können. Durch die Pflege von kooperativen sozialen Kontakten bieten Sie darüber hinaus Ihrem Kind ein gutes Vorbild und erleichtern es ihm, seinerseits förderliche Kontakte zu anderen aufzubauen zu können. Anregungen: Sehen Sie es nicht als Schwäche sondern als Stärke an, andere um Unterstützung zu bitten. Hinter dem Anspruch, die Anforderungen des Alltags möglichst alleine bewältigen zu müssen, verbirgt sich häufig das Gefühl eigener Unzulänglichkeit und die Ansicht, nur man selbst sei überfordert, während andere die Anforderungen des Familienalltags spielend bewältigen. Kennen Sie dieses Gefühl? Sehr entlastend kann in diesem Fall der Austausch mit anderen (Eltern) wirken, da Sie dann häufig die Erfahrung machen werden, dass Sie eben nicht alleine da stehen, sondern andere (Eltern) mit sehr ähnlichen Fragen und Schwierigkeiten beschäftigt sind so wie Sie selbst auch. Diese Erkenntnis kann es Ihnen erleichtern, sich anderen vertrauensvoll zu öffnen. Im Gespräch können unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen ausgetauscht werden und dazu beitragen, die eigene Situation aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, um somit zu neuen, kreativen Lösungsmöglichkeiten zu finden. Gerade der Austausch über Erziehungsfragen kann das Vertrauen in Ihre eigenen Fähigkeiten stärken und Ihnen Erziehungssicherheit geben. In vielen Elternbildungsangeboten spielt der partnerschaftliche und dialogische Austausch zwischen Eltern und die Unterstützung von elterlichen Selbsthilfeinitiativen eine zentrale Rolle. In der Elterngruppe können Sie die stärkende Wirkung eines wertschätzenden, respektvollen Umgangs miteinander erfahren. Das gibt Ihnen Selbstvertrauen und erleichtert es Ihnen, vertrauensvolle, verlässliche Beziehungen zu anderen aufzubauen. Diese Erfahrungen können Sie in Ihren Familienalltag mitnehmen und dadurch eine entwicklungsfördernde Beziehung zwischen sich und Ihrem Kind nachhaltig unterstützen. Wichtige Schlüsselbegriffe, die für Sie hilfreich sein könnten sind: Hilfe annehmen zu können statt Eigenständigkeit zu demonstrieren, Offenheit statt Zurückgezogenheit, Vertrauen statt Misstrauen, Sich und andere wertschätzen statt Geringschätzung, Selbstinitiative entwickeln statt darauf zu warten, dass andere auf Sie zu kommen. |